nordpol1Ein Maiausflug der besonderen Art liegt hinter mir und ich muss diese Reiseeindrücke einfach mit Ihnen teilen, indem ich Ihnen davon berichte. Am frühen Morgen des 1. Mai 2009 ging es von Düsseldorf aus los mit dem Ziel NORDPOL. Mit einem komfortablen Airbus ging es zunächst vorbei an Hamburg und Sylt mit direktem Kurs Nord in Richtung Norwegen. Der Flug über Oslo entlang der norwegischen Fjordküste, an der, je nördlicher wir gelangten umso mehr noch der Winter dominierte, bot bereits erste, faszinierende Eindrücke. Nachdem die Lofoten und weiter nördlich das Nordkap hinter uns lagen ging es hinaus auf die Barentssee. Nun lag eine der faszinierendsten Landschaften vor uns - das Spitzbergen-Archipel, ca. 1000 km nördlich und eine fast völlig von mächtigen Gletschern bedeckte und von Eisbergen umgebene polare Wüste. Bei besten Wetter-bedingungen konnte unser Captain seinen Airbus auf 2.000 m Tiefe fliegen und wir sahen sage und schreibe eine Gruppe von Motorscootern beim polaren Maiausflug durch die tief winterliche Landschaft fahren. Die einzige Siedlung auf Spitzbergen, Longyearbyen, mit dem nördlichsten Linienflughafen der Welt, konnte in niedriger Höhe überflogen werden, was nur bei besten Bedingungen erlaubt ist.
Nun liegt die endlose Weite des Nordpolarmeeres vor uns - Packeisfelder, Risse und riesige, viele Kilometer lange Eisschollen in einer völlig menschenleeren Szenerie. Nur noch kurze Zeit bleibt bis zu unserem Tagesziel und die Spannung in der Kabine steigt fast ins Unerträgliche - bis um ca. 14h per Countdown aus dem Cockpit die Informationkommt, dass unser Ziel Nordpol erreicht ist und dies mit einem Glas Champagner begossen wird. Es ist ein Gefühl, als ob Silvester wäre.

Nordpol2Unmittelbar nach dem Überflug setzen wir wieder direkt auf südlichem Kurs in Richtung Alaska mit einer 360° Kurve zur zweiten Superlative unseres Sonderfluges an - der kürzest möglichen Weltumrundung, indem wir innerhalb kürzster Zeit alle 360 Längengrade der Erde durchfliegen. Von hier aus ist es nach Alaska genauso weit wie zum Nordkap, wir sind dem amerikanischen Kontinent näher als dem europäischen. Nun geht unser Kurs wieder Richtung Düsseldorf über Ostgrönland mit Constable Point, das wiederum auch sehr gut sichtbar unter uns liegt, hinweg über die ebenfalls noch verschneiten Ostfjorde Islands und über die Färöer Inseln.
Nach ca. 12 Flugstunden, die keine Sekunde langweilig wurden, voller neuer, faszinierender Eindrücke, interessanten, anschaulichen und kurzweiligen Lektorenbeiträgen über die Arktis bei bester Verpflegung mit einem arktisch inspirierten Menü, ging ein spannender Tag zu Ende, den ich niemals missen möchte.